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// Fingerabdrücke auf Sammelkarten

Surface: Wie bewerten wir die Oberfläche einer Sammelkarte?

02.11.2026 · 8 Min Lesezeit

Teil 1 von 4: Die vier Säulen des Gradings bei JAF's-Grading

Mit diesem Beitrag starten wir unsere vierteilige Blogserie, in der wir euch unsere vier grundlegenden Bewertungskriterien beim Grading einer Sammelkarte näherbringen.

In den kommenden vier Wochen beschäftigen wir uns jeden Sonntag mit einem dieser vier Bereiche: Surface (Oberfläche), Edges (Kanten), Corners (Ecken) und Centering (Zentrierung).

Dabei möchten wir euch zeigen, worauf wir bei JAF's-Grading besonders achten, welche Mängel auftreten können und was bei der Zustandsprüfung einer Sammelkarte überhaupt untersucht wird.

Den Anfang macht heute die Surface, die Oberfläche einer Sammelkarte.

Warum ist die Surface so wichtig?

Die Oberfläche macht den mit Abstand größten Teil einer Sammelkarte aus. Sie ist das, was wir beim Betrachten einer Karte unmittelbar wahrnehmen, und gleichzeitig ein Bereich, in dem zahlreiche unterschiedliche Beschädigungen und Produktionsfehler auftreten können.

Deshalb spielt die Surface bei unserer Zustandsbewertung eine besonders wichtige Rolle und besitzt innerhalb unserer vier Bewertungskriterien die höchste Gewichtung.

Dabei unterscheiden wir selbstverständlich zwischen der Vorder- und Rückseite einer Karte.

Die Vorderseite wird bei JAF's stärker berücksichtigt als die Rückseite. Schließlich befinden sich dort in der Regel das eigentliche Kartenmotiv und die wichtigsten gestalterischen Elemente.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Rückseite unwichtig wäre. Auch sie wird sorgfältig auf mögliche Mängel untersucht.

Kratzer: Einer der häufigsten Oberflächenmängel

Kratzer gehören zu den häufigsten Beschädigungen, die wir bei Sammelkarten feststellen.

Dabei können sie ganz unterschiedlich ausgeprägt sein.

Manche Kratzer sind bereits mit bloßem Auge deutlich erkennbar. Andere werden erst sichtbar, wenn man die Karte unter einer geeigneten Lichtquelle betrachtet und den Betrachtungswinkel verändert.

Besonders bei holografischen Oberflächen können feine Kratzer auftreten, die bei normalem Lichteinfall zunächst kaum auffallen.

Wir achten deshalb sowohl auf oberflächliche Mikrokratzer als auch auf deutlich sichtbare oder tiefere Kratzspuren.

Auch die Anzahl, Ausprägung und Sichtbarkeit solcher Beschädigungen spielen bei unserer Beurteilung eine Rolle.

Fingerabdrücke: Ein häufig unterschätzter Oberflächenmangel

Ein weiterer Mangel, den wir bei JAF's-Grading regelmäßig feststellen, sind Fingerabdrücke und fettige Rückstände auf der Kartenoberfläche.

Gerade beim Öffnen von Boostern kommt es häufig vor, dass frisch gezogene Karten direkt mit den Fingern berührt werden.

Dabei können natürliche Hautfette, Schweiß oder andere Rückstände auf die Oberfläche gelangen und sichtbare Fingerabdrücke hinterlassen.

Besonders auf glänzenden und holografischen Karten können solche Spuren deutlich auffallen. Teilweise werden sie erst unter einer geeigneten Lichtquelle und aus einem bestimmten Betrachtungswinkel sichtbar.

Auch diese Rückstände berücksichtigen wir bei unserer Surface Prüfung.

Denn eine frisch gezogene Karte ist nicht automatisch frei von Oberflächenmängeln.

Viele Sammler achten deshalb bereits beim Öffnen ihrer Booster darauf, sich vorher gründlich die Hände zu waschen oder geeignete Handschuhe zu verwenden. Auch ein vorsichtiger Umgang mit der Karte, bei dem möglichst nur die Kanten berührt werden, kann helfen, Fingerabdrücke zu vermeiden.

Wichtig ist außerdem, dass nicht jeder Fingerabdruck automatisch eine dauerhafte Beschädigung darstellt. Dennoch können sichtbare Rückstände den tatsächlichen Oberflächenzustand zum Zeitpunkt der Prüfung beeinträchtigen.

Deshalb empfehlen wir, Karten möglichst vorsichtig zu behandeln und unnötigen direkten Kontakt mit der Oberfläche zu vermeiden.

Print Lines: Wenn der Fehler bereits aus der Fabrik kommt

Nicht jeder Oberflächenmangel entsteht durch den Besitzer einer Karte.

Ein bekanntes Beispiel dafür sind sogenannte Print Lines.

Dabei handelt es sich um linienförmige Auffälligkeiten, die bereits während des Herstellungsprozesses entstehen können.

Gerade auf holografischen Karten sind solche Linien teilweise besonders deutlich zu erkennen.

Das bedeutet: Selbst eine Karte, die unmittelbar nach dem Öffnen eines Boosters in eine Schutzhülle gesteckt wurde, kann bereits Print Lines besitzen.

Bei unserer Zustandsprüfung berücksichtigen wir auch solche produktionsbedingten Auffälligkeiten.

Denn beim Grading bewerten wir den tatsächlichen Zustand einer Karte, unabhängig davon, ob ein Mangel bereits im Werk entstanden ist oder erst später hinzugekommen ist.

Dellen, Druckstellen und Vertiefungen

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Oberflächenprüfung sind Dellen und Druckstellen.

Diese können beispielsweise durch unsachgemäße Lagerung, Druckbelastungen oder den Kontakt mit anderen Gegenständen entstehen.

Teilweise sind solche Beschädigungen auf den ersten Blick kaum zu erkennen.

Erst unter schrägem Lichteinfall werden kleine Vertiefungen oder Veränderungen der Oberflächenstruktur sichtbar.

Dabei achten wir sowohl auf punktuelle Druckstellen als auch auf größere Verformungen der Oberfläche.

Insbesondere deutlich ausgeprägte Dellen können einen erheblichen Mangel darstellen.

Verschmutzungen und Verunreinigungen

Gerade bei älteren Sammelkarten begegnen uns regelmäßig unterschiedliche Arten von Verschmutzungen.

Dazu gehören beispielsweise kleine schwarze Punkte, Schmutzablagerungen, Flecken oder andere Rückstände auf der Kartenoberfläche.

Auch bei der Rückseite älterer Pokémon Karten lassen sich gelegentlich typische Abnutzungserscheinungen beobachten.

Dazu zählen unter anderem wolkenartige Veränderungen des Druckbildes, die beispielsweise durch wiederholte Reibung und starke Beanspruchung entstehen können.

Solche Erscheinungen werden umgangssprachlich teilweise als „Clouding“ beziehungsweise Wolkenbildung bezeichnet.

Besonders kritisch betrachten wir stärkere Verunreinigungen.

Dazu gehören beispielsweise Farbrückstände, eingetrocknete Flüssigkeiten, deutliche Schmutzablagerungen oder andere Fremdstoffe, die nicht zur ursprünglichen Kartenoberfläche gehören.

Starke Verunreinigungen zählen bei JAF's zu den besonders schwerwiegenden Oberflächenmängeln.

Dabei unterscheiden wir selbstverständlich zwischen einer minimalen Auffälligkeit und einer erheblichen Verschmutzung.

Knicke und Falten: Besonders schwerwiegende Beschädigungen

Zu den gravierendsten Mängeln einer Sammelkarte gehören Knicke und Falten.

Ein Knick kann die Struktur des Kartenmaterials dauerhaft verändern.

Dabei muss die Beschädigung nicht zwangsläufig sofort deutlich sichtbar sein.

Manche Knicke lassen sich erst bei genauer Betrachtung unter entsprechendem Licht erkennen.

Auch feine Falten, sogenannte Creases, können die Oberfläche und die darunterliegenden Materialschichten beeinträchtigen.

Knicke und Falten werden bei JAF's besonders streng beurteilt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob eine solche Beschädigung auf der Vorderseite, der Rückseite oder nur in einem kleinen Bereich der Karte sichtbar ist.

Weitere Oberflächenauffälligkeiten

Neben den bereits genannten Mängeln gibt es zahlreiche weitere Besonderheiten, die bei der Prüfung einer Sammelkarte berücksichtigt werden können.

Dazu zählen beispielsweise:

- Druckpunkte, Farbfehler und ungleichmäßiger Farbauftrag
- Oberflächenabrieb und abgenutzte Druckbereiche
- Beschädigungen der Holografie oder Beschichtung
- Flecken und Verfärbungen
- Materialablösungen oder beschädigte Oberflächenschichten
- Produktionsbedingte Oberflächenunregelmäßigkeiten

Nicht jede Auffälligkeit ist automatisch gleich schwerwiegend.

Entscheidend ist immer, um welche Art von Mangel es sich handelt, wie stark dieser ausgeprägt ist und in welchem Zustand sich die gesamte Oberfläche befindet.

Vorderseite und Rückseite: Beide werden geprüft

Bei JAF's betrachten wir grundsätzlich beide Seiten einer Sammelkarte.

Die Vorderseite besitzt bei unserer Bewertung eine höhere Gewichtung, da sie den eigentlichen Hauptbereich der Karte darstellt.

Dennoch können auch auf der Rückseite erhebliche Oberflächenmängel auftreten.

Typische Beispiele sind Kratzer, Abrieb, Druckstellen, Verschmutzungen oder Beschädigungen der Kartenbeschichtung.

Eine optisch makellose Vorderseite bedeutet deshalb nicht automatisch, dass auch die gesamte Surface einer Karte makellos ist.

Erst die Prüfung beider Seiten ermöglicht eine vollständige Beurteilung der Kartenoberfläche.

Fazit: Eine gute Surface ist mehr als nur eine kratzerfreie Karte

Bei der Bewertung der Oberfläche geht es um wesentlich mehr als die Frage, ob eine Karte sichtbare Kratzer besitzt.

Wir untersuchen unter anderem Kratzer, Fingerabdrücke, Print Lines, Dellen, Druckstellen, Verschmutzungen, Abrieb, Knicke und zahlreiche weitere Auffälligkeiten.

Dabei berücksichtigen wir sowohl produktionsbedingte Mängel als auch Beschädigungen, die erst nach der Herstellung entstanden sind.

Denn am Ende zählt für uns der tatsächliche Zustand der Karte.

Eine sorgfältige Surface Prüfung ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil unseres Gradings.

Nächsten Sonntag: Teil 2: Edges

In der kommenden Woche setzen wir unsere vierteilige Blogserie fort.

Dann beschäftigen wir uns mit den Edges, den Kanten einer Sammelkarte.

Warum entstehen weiße Stellen an Kartenkanten? Was bedeutet Whitening? Und weshalb können selbst frisch gezogene Karten bereits ausgefranste oder beschädigte Kanten besitzen?

All das erklären wir euch nächsten Sonntag im zweiten Teil unserer Serie.

Case it, Baby.
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